Donnerstag, 28. April 2016

Stand der Dinge 2016 - Teil Eins

Die fleißigen Leser und zahlreichen Fans (hallo Mama, hallo Papa) werden bemerkt haben, dass es seit dem Jahreswechsel ziemlich still auf meinem Blog geworden ist. Dies hat zahlreiche Gründe, die ich allerdings gar nicht im Detail ausführen möchte. Ich fasse mich daher kurz. Primär hat mein Rückzug aus dem Internet folgende Ursachen:

Erstens: ich habe seit Februar sehr viel zu tun und daher sehr wenig Zeit für "Social-Media".

Zweitens: ich habe nach dem letzten, sehr blog-aktiven Jahr kaum noch das Bedürfnis, zu sämtlichem Quatsch meine Meinung abzugeben (die Welt dreht sich auch weiter, wenn ich Star Wars 7 nicht rezensiere, so traurig das ist).

Drittens: KARASU ist erschienen. Bis zum neuen Buch ist es jedoch noch hin und daher gibt es einfach keine "book-related"-News bei mir. Und in erster Linie dreht es sich ja auf diesem Blog um diese eine, komische Sache: mein Schreiben.

Trotzdem passieren nach wie vor gelegentlich Dinge, die ich euch gerne hier verkünden möchte. So auch jetzt...

Das Wichtigste zuerst: vom 29. April bis zum 03. Mai wird es beide meiner bisher erschienenen Werke, also meinen Debütroman "KARASU" sowie die Vorgeschichte "Die Hexe von Dunner", auf Amazon gratis (!) zum Download geben. In diesem Zeitraum kann also mein gesamtes Schaffen von euch allen heruntergeladen und auf dem kindle, dem Handy oder sogar dem PC gelesen werden. Ich würde mich freuen, wenn ihr noch einmal ordentlich die Werbetrommel für mich rührt und euch nahestehenden Menschen, die Freude an einem finsteren Fantasy-Buch haben könnten, Bescheid gebt. Ihr selbst seid natürlich auch herzlich eingeladen, meine Bücher zu lesen. Ganz besonders freue ich mich außerdem über Amazon-Rezensionen, von denen es bei KARASU bisher leider erst drei gibt.

Also merken: 29.04. bis 03.05. im kindle-Shop auf Amazon die Werke von M. R. Winkel zum Unkostenpreis von 0 (in Worten: null) Euro sichern!

Desweiteren ein kleines Update für die Massen an Lesern, die sehnsüchtig den nächsten Roman erwarten. Ja, ich meine euch - alle drei!

Ich arbeite seit nunmehr vier Jahren täglich an meinen schriftstellerischen Fähigkeiten. Das klingt für einige möglicherweise nach viel Zeit, aber wenn man die Devise "learning by doing" verfolgt, dann sind vier Jahre nichts. Ich verfolge diese Devise. Trotzdem habe ich ein ziemlich großes, persönliches Ziel erfüllt: ich habe einen ganzen Roman geschrieben, ihn veröffentlicht und auch schon ein, zwei Euro damit verdient. Ich habe es "einfach" getan und dabei glücklicherweise auch einiges gelernt.

In meinem Leben gibt es eine Sache, die nur äußerst selten aufkommt: Stillstand. Ich habe keine Lust, mich auf diesem persönlichen Erfolg auszuruhen. Dieses Ziel ist erreicht und deshalb habe ich meinen Kurs schon auf das nächste gesetzt.

Ich weiß jetzt, wie man einen Roman schreibt. Als nächstes will ich lernen, wie man einen Roman schreibt, den man an einen Verlag verkaufen kann. Wie gesagt, meine Devise lautet: learning by doing. Mein derzeitiger Arbeitsschritt ist dabei: schreib das dir bestmögliche Buch. Und mit diesem Arbeitsschritt werde ich locker noch bis 2017 beschäftigt sein. 

Ich habe das unglaubliche Privileg, mich bei der Erfüllung dieses Ziels nicht in Zeitnot zu sehen. Ich studiere und arbeite nebenher, werde im September erst 23 Jahre alt und kann, wie Stromberg so schön sagt, derzeit noch "locker durch die Hose atmen". Ich muss nicht eine Deadline einhalten, um mein Ziel zu erreichen. Ich kann mir für das neue Werk die Zeit nehmen, die es braucht, um wirklich gut zu werden. Ich kann weiter an meinem Handwerk feilen, mir neue Tricks und Kniffe aneignen. Ich kann die Geschichte erzählen, die ich erzählen will. Das ist ein schönes Gefühl.

Um dennoch etwas Transparenz zu wahren: der Erstentwurf wird Ende September fertig sein. Dann erfolgt die erste Korrekturphase, sodass im Dezember (hoffentlich) die Testleser an den Zweitentwurf können. Im Februar oder März 2017 dürfte das Manuskript dann so weit sein, dass es an die Verlage geht. Und die brauchen, wie man weiß, immer recht lange, bis sie sich zurückmelden. Aber so ist das halt. Und wenn es dann nicht klappt, habe ich mein Ziel ja noch lange nicht verfehlt. Dann ist das Buch halt bloß noch nicht gut genug und ich muss weiter lernen, um dann im nächsten oder übernächsten Jahr ein Werk zu schreiben, das sich verkaufen lässt.

Für euch bedeutet das leider erst einmal weiterhin viel Ruhe auf diesem Blog und auf meiner Amazon-Seite, aber früher oder später wird es wieder Lesestoff geben, versprochen. Und ab September rücke ich dann auch genaue Informationen über das derzeitige Projekt heraus.

Das war es erst einmal von mir, aber bald wird es noch einmal ein paar Worte geben. Euch wünsche ich eine schöne Zeit und denkt daran: 29.04. bis 03.05. gibt es "KARASU" und "Die Hexe von Dunner" gratis.

Bis dahin!

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Fantasy Film Fest '15 - White Nights

Dieses Jahr gab es für den geneigten Genrefilmfan nicht nur ein Weihnachtsfest, sondern gleich zwei: das erste Mal im März (ich berichtete: hier klicken) und nun das zweite Mal am vergangenen Wochenende.

Das Fantasy Film Fest hat sich nämlich erneut erweitert und mit den White Nights den zweiten Ableger (neben den üblichen "Nights") geschaffen. Für mich natürlich mehr als nur Grund genug wieder nach Köln zu tingeln und diese illustre und inzwischen auch für mich sehr familiäre Veranstaltung zu besuchen. Leider hat es dieses Mal zeitlich mehr schlecht als recht gepasst und auch meine übliche Begleitung (hallo, Papa) konnte nur begrenzte Ressourcen schaffen, weshalb bei mir "nur" der Sonntag und "nur" zwei Filme in Frage kamen. Die habe ich aber selbstverständlich besucht und auch sehr genossen.

Zuallererst das größte Lob an die Veranstalter für die Wahl des Kinos! Statt des üblichen (übrigens auch guten) Filmtheaters direkt im Mediapark wurde für die White Nights auf das nicht weit entfernte "Residenz"-Kino (aka Astor Film Lounge) zurückgegriffen. Und dafür schon alle Daumen nach oben!

Von außen betrachtet sieht das "Residenz" aus, wie die üblichen Stadtrand-Kinos, die ich hier aus dem Ruhrpott kenne. Wenn man nach Recklinghausen oder Gelsenkirchen fährt und dort ein klassisches Seitenstraßenkino aufsucht, in dem in zwei Filmsälen abwechselnd drei Blockbuster und zwei Pixarfilme gezeigt werden, dann sieht die Fassade dort genauso aus, wie beim "Residenz".

Beim Eintreten entfaltet sich vor dem Filmfan ein kleines Foyer, mit rotem Teppich, einigen Stehtischen und einer erstaunlich modernen und vor allem gut ausgestatteten Theke. Cappucino, Kaffe, Moccacino, Moccapukaffee, schwarz-grün-weiß-blauer Tee, eben alles, was an einem Sonntagmorgen gefordert wird. Rechts daneben gibt es eine bequeme Sitzecke und eine schicke Garderobe.

Hier ist auch der Eingang zu Kino 1 - dem Saal, in welchem die White Nights auf uns warten.

So, Freunde, und jetzt kommt's - das Innere des Saals hat einen Kinoluxus geboten, den ich in dieser Form noch nie erlebt habe. Ledersessel mit verstellbarer Rückenlehne - aber nicht mit einem abgegriffenen, quietschenden Hebel, sondern einfach durchs simple, aber effektive "Zurücklehnen". Jeder Sitz hat eigene, lederne Armpolster. Alle zwei Sitze gibt es zwischen diesen Armlehnen auch noch ein kleines Holzbrett, zum Abstellen von Getränken und anderen Leckereien. Diese Mini-Holztische sind auch ausgestattet mit einem kleinen Lämpchen, sodass man auch im Dunkeln sieht, wohin man greift, und kein Maleur passieren kann. Aber die Kirsche auf diesem absolut zuckersüßen Sahnehäubchen: jeder Sitz - und ich spreche von jedem Sitz (außer in den ganz vorderen Parkett-Reihen) - hat einen Hocker, zum Füße hochlegen. Und es waren keine unbequemen, billigen Holzhöckerchen. Nein, mit Leder bezogene, dick gepolsterte Gourmethocker auf perfekter Höhe.

Aber, Leute, das Beste kommt noch: es wird gemunkelt, dass auch die Filmfest Nights ab nächstem Jahr in diesem Kino stattfinden sollen. Also treffen erlesene Filme aller Genres und ein Premiumkino der Sonderklasse aufeinander.

Ich muss gestehen, dass ich, nachdem ich in meinen Sessel gesunken war, eine bittersüße Träne der Glückseligkeit vergossen habe. Das Residenz-Kino in Köln ließ mein Herz höher schlagen!

So, aber nun zu den Filmen... Um eine Sache vorweg zu greifen: sie standen dem Kino in Nichts nach. Die beiden Streifen, die ich an diesem Tag gesichtet habe, waren "Demon" von Marcin Wrona (dessen bisherigen Werke an mir vorbeigegangen sind, und der auch leider keine mehr machen wird - doch dazu gleich mehr) und "Summer Camp" von Alberto Marini (der als Produzent an den [REC]-Filmen beteiligt war und das Drehbuch zu dem sehr empfehlenswerten "Sleep Tight" geschrieben hat). Zwei Filme mit sehr generischen Titeln, aber umso stärkeren Inhalten.

Demon

Der polnische Demon stand als Erstes auf dem Plan. Über die Story wusste ich zuvor kaum etwas, da - im Gegensatz zu vielen anderen zeitgenössischen Filmen - der Trailer angenehm wenig verriet, dafür aber die Spannung extrem erhöhte. Das einzige, was meine Erwartungshaltung vorher schon beeinflusste, war die Tatsache, dass der Regisseur sich eine Woche nach der Premiere seines Filmes das Leben nahm - und nur kurz vor der polnischen Premiere auf dem "40th Gdynia Film Festival".
Ich hatte vor dem Film das Gefühl, dass der Selbstmord des Regisseurs meine Sicht auf den Film verändern wird. Dies hat sich im Nachhinein allerdings nicht bewahrheitet, denn nach den ersten fünf Minuten war ich schon so eingenommen von den Bildern und der Atmosphäre, dass ich mir gar nicht die Zeit nehmen konnte, groß im Film "herum zu interpretieren".

Kurz zur Story: Piotr (aka Peter aka Python) ist ein junger Engländer, der wohl erst vor kurzem in London seine große Liebe, die Polin Zaneta, kennenlernte. Weil die beiden sich so gern haben, beschlossen sie kurzerhand, zu heiraten. Auch die Zukunftsplanung steht schon fest: das große, alte und verlassene Haus von Zanetas Großeltern soll gleich nach der Hochzeit renoviert und dann bezogen werden. Außerdem bietet dieser Ort auch das perfekte Setting für die Hochzeitsfeier!
In der Nacht vor der Heirat macht Piotr auf dem Grundstück des Hauses allerdings einen grausigen Fund: menschliche Knochen. Und - zack, bumm - plötzlich ergreift ein böser Geist Besitz von ihm. Während der laufenden Feierlichkeiten in der darauffolgenden Nacht versucht Piotr herauszufinden, zu wem das Skelett gehört, welche Leichen die Familie seiner Frau (sonst noch) im Keller hat und außerdem die Alkoholvergiftung zu umgehen, die bei den Mengen an Vodka, die auf der Hochzeit fließen, quasi vorprogrammiert ist.

Die ersten Minuten des Films sind kühl, ruhig und fantastisch. Es beginnt mit sehr sanften und durchkomponierten Bildern und Einstellungen, denen man die Präzision und Planung auf Anhieb ansieht, ohne, dass es aufgebauscht oder übertrieben wirkt. Die ersten Kamerafahrten unterstreichen den ersten Eindruck. Gleich wird klar, dass das Team hinter dem Film etwas von Bewegtbildern versteht. Wenn Piotr auf einer Fähre über einen Fluss gebracht wird und die Kamera sich im perfekten Einklang gegen die Drehung der Fährte bewegt, um in genau dem Moment den Protagonisten ins Bild zu nehmen, in dem die Bewegungen verebben und Fähre, Kamera und Bildkomposition eine gemeinsame Stabilität finden, dann ist das ganz einfach und im wahrsten Sinne des Wortes "großes Kino".
Diese filmische Qualität zieht sich die vollen anderthalb Stunden durch, weshalb ich jetzt keine weiteren, blumigen Beispiele aufzählen werde. Seid euch einfach sicher: Demon ist technisch klasse und nie langweilig gefilmt.

Ähnliches lässt sich über die Handlung sagen: die erste halbe Stunde über passiert recht wenig und der Platz wird genutzt, um eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Dem Zuschauer werden einige Hinweise darauf gegeben, was sich auf der Hochzeitsfeier später noch so alles zutragen mag. Manches davon trifft später auch tatsächlich ein, anderes bleibt aus. Generell beschreitet der Film oft Pfade, mit denen ich nicht gerechnet habe (technisch klasse und nie langweilig). Alles in allem gibt es allerdings keine großen Twists oder Wendungen. Die Story tritt ohnehin ab dem letzten Drittel des Filmes eher in den Hintergrund, denn dort wird immer deutlicher die unterschwellige Botschaft in den Mittelpunkt gerückt. Das Gute daran ist, dass es nie mit erhobenem Zeigefinger passiert. Auch wenn der Film zeitweise ganz schön aufdreht, bleiben die Zwischentöne leise und gut nuanciert.

Vor allem loben muss ich an dieser Stelle die gut geschriebenen Charaktere (auch perfekt verkörpert, Hut ab vor all den grandiosen Darstellern) und die exzellente Situationskomik, die zwischen den horrorlastigen Episoden den Film gut auflockern. In der Mitte des Films ergibt sich ein solcher Strudel aus gegenseitigen Polen, aus Witz und Schock, aus Nahbarkeit und Distanz, aus Musik und Bild, dass wirklich keine Zeit mehr bleibt, nachzudenken. Der Film wird zum Erlebnis und die polnische Hochzeit, mit Tanz, Gästen und Vodka (sehr viel Vodka... nein, ehrlich, sehr, sehr, sehr viel Vodka), reißt einen mit.

Schlussendlich hat der Film sich für meinen Geschmack aber für ein zu mysteriöses und verschachteltes Ende entschieden. Etwas mehr Greifbarkeit hätte mir hier gut gefallen, aber das ist wohl Geschmackssache. Die kleine Hommage an "Shining" hat mich als Filmfan trotzdem begeistern können.

Zur Meta-Ebene (hier folgen kleine Spoiler): die Geistergeschichte greift den jüdischen Dämonenglauben des "Dybbuks" auf und funktioniert so zeitweise - und gerade gegen Ende - als Metapher für die polnisch-jüdische Geschichte. Wrona verarbeitet hier das Schicksal von Juden in Polen im Hinblick auf den zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Dabei wird aber weder eine deutliche Betroffenen-Perspektive dargestellt, noch wird das oft behandelte Verhältnis zwischen Täter und Opfer aufgegriffen. Bei Wrona geht es einfach nur darum, zu fragen, was eigentlich mit den Nachbarn von früher passiert ist. Erinnert sich noch jemand an sie? Wie geht es Juden heutzutage in Polen und wie verarbeiten sie die europäische Geschichte/ wie setzen Polen als Land und die Polen als Landsleute sich damit auseinander? (Spoiler Ende)

Aber auch ohne Meta-Ebene funktioniert der Film wunderbar und bietet einen schönen Mix zwischen Grusel, Witz und viel polnischem Flair. 

Falls Demon hier auf DVD und BluRay veröffentlicht wird - und ich hoffe so sehr, dass das passiert (nicht wie bei Marshlands, der auf den Nights lief) - findet er auf jeden Fall einen Platz in meinem Regal. Horrorfreunden und vor allem Cineasten (oder welche, die glauben Cineasten zu sein, so wie ich) sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt. Ach, und stellt Vodka bereit.

Summer Camp

Summer Camp ist eine spanische Produktion und hat auf den ersten (und zweiten) Blick recht wenig mit Demon gemein. Die Ausgangssituation ist eine überaus klassische: vier hippe und zufälligerweise allesamt sehr gut aussehende Twens finden sich in dem titelgebenden spanischen Summer Camp ein, wo sie spanischen Kindern zwei Wochen lang Englischunterricht geben und eine schöne Zeit bereiten sollen. Morgen ist der Tag der Ankunft, doch der Abend soll noch einmal ordentlich genutzt werden. Von einer Privatparty ist die Rede. Dass die beiden männlichen Teammitglieder gleich in der Eröffnungssequenz ihre Meinungen über die anwesenden Frauen in wenig eloquenter, dafür umso chauvinistischerer Weise (getreu dem Motto "Wer nimmt welche?") äußern, scheint die Grenzen direkt klar abzustecken: Wir befinden uns im Reich der Dummen und Schönen, der Klischees und Stereotypen, der Plattitüden und der schlechten Entscheidungen. Wir befinden uns im Slasher-Terrain, dem Genre, von dem schon seit Jahren behauptet wird, dazu wäre alles gesagt.
Oder befinden wir uns vielleicht doch in einer anderen Dimension, in der ein Film scheinbar alle fünf Minuten eine andere Richtung einschlägt, bis zum Schluss doch alles perfekt zusammenläuft?

Ihr könnt es euch schon denken: Summer Camp stellt sich in die Reihe der Genrevertreter, die uns seit rund zehn Jahren immer wieder an der Nase herumführen, indem sie gekonnt das Gewohnte vorführen und dann sämtliche Erwartungen untergraben. Er ist dabei nicht ganz auf dem Niveau von einem "You're Next" oder einem "The Cabin in the Woods", aber sehr dicht dahinter. Freunde von solchen Filmen, wie auch "Housebound" oder jüngst "The Final Girls", werden bei Summer Camp voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Szenen- und End Credits-Applaus auf den Nights sind eine Ehre, die sich jeder Film mit stolz erhobener Brust auf die Fahne schreiben darf.

Wie genau der Story-Aufhänger in Summer Camp aussieht, will ich noch gar nicht verraten. Wenn ihr ihn schauen wollt, dann geht am besten einfach mit der Erwartung ran, einen cleveren und unterhaltsamen Horrorfilm zu schauen. Dabei wird es nie unglaublich blutig, obwohl es einige sehr fein gesetzte und gut vorbereitete Gewaltspitzen gibt, und auch nie unglaublich gruselig. Spannend trifft es wohl am ehesten.

Wenn nach rund 30 - 40 Minuten auch bei der schwächsten Kerze im Leuchter der Groschen gefallen ist, dreht der Film plötzlich richtig auf und schöpft voll und ganz aus seinem Potenzial. Dieses Tempo hält er mühelos bis zum Ende durch, bis das Finale noch einmal gut einen draufsetzt. An einigen Stellen sind manche Wendungen zwar recht vorhersehbar, aber trotzdem gibt es zum Ende immer wieder mal kleine Überraschungen. Langweilig wird es nie.

Die Darsteller machen ihre Sache gut, vor allem Jocelin Donahue spielt hier schön gegen ihre coole und eher ruhige Rolle in "The House of the Devil" an. Oscarmaterial braucht man natürlich nicht erwarten, wäre aber auch fehl am Platz.

Schlussendlich entlässt Summer Camp den Filmfreund mit einem liebevollen und auch leicht gehässigen Grinsen auf dem Gesicht und gibt einem einmal mehr das Gefühl, dass zum Horrorgenre eben noch nicht alles gesagt ist. Die Basis, auf der viele Filmemacher heute ihr Handwerk verrichten, bietet immer noch zahllose Möglichkeiten, mit nur einem kleinen Kniff etwas frisches zu erschaffen.


Dies ist doch eine schöne Aussicht für die nächsten Fantasy Film Fest Nights und White Nights, auf die ich mich jetzt schon freue - ganz besonders aufgrund des tollen Kinos. Viele der anderen Filme, die gezeigt wurden, hätte ich übrigens auch furchtbar gerne gesehen. Die Filmauswahl war also auch dieses Mal wieder "on top" - schön, dass es dich gibt, Fantasy Film Fest. Und sagt mir mal bescheid, wenn "Road Games", "Bone Tomahawk", "Southbound" und vor allem "Baskin" hier irgendwo im Ruhrpott noch einmal laufen oder fürs Heimkino erscheinen.

Mittwoch, 25. November 2015

Stand der Dinge - November '15

Letztes Mal ging es beim Stand der Dinge richtig rund. Im September und Oktober ist nämlich wirklich viel passiert. Mein Roman war erschienen und ich umgezogen, sodass sich gute Laune und viel Motivation in mir ausbreiteten. Im November hingegen... Nun ja, lest selbst.

Der November war in meinem Fall nämlich geprägt von Krankheit. Arztbesuch reihte sich an Arztbesuch und aus irgendeinem Grund fühlte ich mich von allen bekannten und unbekannten Seuchen, Bazillen, Viren und sonstigen Erregern permanent verfolgt. Inzwischen kam heraus: mehr als die Hälfte meiner Beschwerden waren reine Symptome, ohne, dass ich im medizinischen Sinne "etwas hatte". Meine Angst und der damit einhergehende Stress haben mich tatsächlich einfach "krank" gemacht. Nocebo nennt man so etwas. Gedanken und Ängste haben mehr Macht über den Körper, als ich wusste.

Gut gemeinter Ratschlag an alle Leute, denen es ähnlich geht: nicht im Internet recherchieren. Wenn ihr etwas habt und euch sicher seid, dass ein Arztbesuch ratsam wäre, dann geht einfach hin. Schaut nicht im Internet nach, was eure Beschwerden für Ursachen haben könnten. Das Internet ist in vielen Dingen sehr hilfreich, in dieser Hinsicht hat es mich aber nur noch kränker gemacht. Von jeder Form der Selbstdiagnose rate ich also vehement ab, insbesondere übers Netz!

Aber der November sah nicht nur schlecht und grau aus - na gut, außer beim Wetter vielleicht. Ich erreichte in diesem Monat nämlich zweierlei Positives: erstens kam ich beim neuen Projekt äußerst gut voran und zweitens habe ich eine ganze Reihe an Büchern, Filmen und Serien verschlungen. Unterm Strich sieht der November also doch noch ganz okay aus.

Zu den Filmen, Serien und Büchern zuerst:

Ash vs Evil Dead - die ersten beiden Folgen waren schon ganz gut, bei der dritten und vierten dreht die Serie dann aber richtig auf! Sehr, sehr empfehlenswert. Nur für meinen Geschmack noch etwas zu viele CGI-Effekt. Aber Bruce Campbell ist als Ashley Williams wieder überragend! (Groovy...)

One Punch Man - für Animefans sicher der Tipp des Jahres. So viele Anspielungen und Verweise auf andere Animes, dass es ein richtiges "Meta-Fest" ist. Wer sich in der Welt von Anime und Manga etwas auskennt, wird mit dieser Serie jede Menge Spaß haben.

Edge: The Loner - bisher gibt es nur die Pilotenfolge auf Amazon Instant Video. Aber die hat es wirklich in sich. Western-Edeltrash vom feinsten und ganz wie es sich gehört: blutig, trocken, brutal und bis oben hin vollgestopft mit Zitaten auf das Who-is-Who der Westernfilme. Plus: Ryan Kwanten als grenzgenialer Bösewicht.

Call the Midwife - eine historisch orientierte BBC-Serie... "Wow, das ist ja mal was ganz Neues", werden die meisten hämisch sagen - aber in diesem Fall zu Unrecht! Call the Midwife basiert auf den Memoiren einer Hebamme, die in den 50er Jahren im Londoner East-End arbeitete. Die Geschichten, die diese Serie erzählt, sind rührend, tragisch, komisch, ergreifend und einfach schön mit zu erleben. Die Serie lebt von dieser Art von Zauber, die z.B. auch "Ziemlich beste Freunde", "Die fabelhafte Welt der Amelie" oder "Lost in Translation" innewohnt. Wirklich mein (Geheim-)Tipp des Jahres (obwohl es die Serie sogar schon ein paar Jährchen gibt)!

Lockwood & Co - die neue (Jugend-)Buchreihe von Jonathan Stroud kommt nicht ganz an Bartimäus ran (zumindest den ersten Teil von Bartimäus), ist aber ebenfalls sehr unterhaltsam und erfrischend präzise und simpel geschrieben. Wer ein schnell erzähltes Urban-Fantasy/ Young-Adult/ Ghosthunter-Buch für den Winter sucht, der ist mit Lockwood sehr gut bedient. Plant beim Lesen Tee und Kekse ein.

Alles steht Kopf - in diesem Fall gilt: believe the hype! Bester Pixarfilm seit... seit... nun ja, seit langer Zeit. Vielleicht auch der beste Pixarfilm überhaupt. (Und hört mir auf mit Toy Story...)

The Visit - schöner Shyamalan Streifen mit interessanter Meta-Ebene, die viele Kritiker vor den Kopf gestoßen haben dürfte. Die Story ist gut, der obligatorische Twist nicht zu vorhersehbar und die Schocks gut platziert. Kein Meisterwerk, aber ein sehr feiner Found-Footage-Film.


So viel zu meinen Empfehlungen. Kommen wir nun zum noch spannenderen Teil - was könnte spannender sein, als die Präsentation meines erlesenen Geschmacks, fragt ihr? Nun, die Präsentation meiner fantastischen Schreibkünste natürlich!

Derzeit sitze ich noch an den Planungen für mein neues Projekt. Das habe ich schon beim letzten Stand der Dinge geschrieben und seitdem ist objektiv betrachtet auch nicht besonders viel passiert. Was ich nun mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, ist, dass die Geschichte sich über fünf Bände erstrecken wird. Eine Pentalogie also, um es im Autorenslang zu sagen.

Ich habe den November größtenteils damit zugebracht, mein Kompendium fertigzustellen. Im Kompendium sind alle Informationen über die Welt aufgeführt, in der die nächste Reihe stattfinden wird. Es ist inzwischen ungefähr 100 Buchseiten stark - ihr merkt schon, die Welt wird groß und es gibt einiges darüber zu erzählen.

Während des klassischen Worldbuildings, das ich betrieb, stieß ich zwar auf einige Hürden, aber das Kompendium ist nun fertig. Derzeit sitze ich noch am Plot. Dabei bin ich zwar schon so weit, dass ich anfangen könnte, zu schreiben, aber diesmal will ich wirklich alles in trockenen Tüchern habe, bevor ich mit dem ersten Kapitel anfange. Ich habe keine Lust, rückwirkend noch hundertmal drüber gehen zu müssen. Also feile ich erst die Story der kompletten fünf Bücher bis ins Detail aus und dann werde ich anfangen zu schreiben.

Das wird bestimmt noch ein, zwei Wochen dauern, aber dafür wird die Geschichte richtig gut und in sich schlüssig! Die Arbeit, mit der ich mich zurzeit aufhalte, wird sich also mit Sicherheit bezahlt machen! Die "Scherben-Pentalogie", wie der Arbeitstitel lautet, wird erst 2017 ihren Weg zu euch finden, denn dann soll der erste Teil erscheinen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn bis dahin habe ich jede Menge auf meinem Blog zu erzählen. Und außerdem bin ich dann hoffentlich schon berühmt, weil Karasu endlich den verdienten Durchbruch feiert. Das ist schließlich Weltliteratur, die ich da verfasst habe! Unter dem Nobelpreis verkaufe ich mich nicht...

Im neuen Jahr werde ich mit weiteren Details und ersten Storybeschreibungen rausrücken, sodass ihr schon 2016 anfangen dürft, mein neues Werk kräftig zu hypen. Bis dahin übe ich mich allerdings noch in meiner altbekannten Bescheidenheit und verabschiede euch mit einem fröhlichen: bis bald!

Mittwoch, 11. November 2015

Max' TOP 10 - Youtubevideos

Es gibt Dinge, die sind wichtig. Und dann gibt es noch Dinge, die sind "wichtig"...

Youtubevideos sind "wichtig"... Jeder kennt sie. Affe raucht. Tankstellenräuber rennt gegen Glastür. Katze spielt Klavier. Fail-Compilations. Die Harry Potter Synchronisationen von Coldmirror. Oder noch weiter zurück: Sinnlos im Weltraum. Unzählige Amateurskatetapes, die immer mit "96 Quite Better Beings" von CKY unterlegt sind. Der "Trolololol"-Song. Baby-Zwillinge, die sich auf ihrer eigenen Sprache unterhalten. Oder auch die Jon Lajoie-Songs und Clips. LEAVE BRITNEY ALONE. Und natürlich Rick Astleys "Never gonne give you up"

Es gibt unendlich viele dieser teils witzigen, teils geschmacklosen, teils rührenden und teils schockierenden Videos und viel zu viele, als dass man sie alle aufzählen könnte. Aber es gibt einige, die stechen aus der Masse heraus. Die sind noch ein kleines bisschen mehr, als die anderen. Ein kleines bisschen mehr und kleines bisschen besser - und deshalb schaut man sie sich immer wieder an, Jahr für Jahr, und sie lassen einen nie ganz los. Aus persönlichen Gründen kann ich mich mit diesen Videos ganz besonders gut identifizieren (bescheiden wie ich bin).

Nun, ich habe mir die Mühe gemacht und mich noch einmal durch Youtube gegraben, um meine persönliche Top 10 zu erstellen. Vielleicht zeige ich euch dabei sogar das ein oder andere Video, welches ihr noch nicht kanntet. Oder vielleicht kommen dabei nostalgische Gefühle und Erinnerungen an die gute, alte "360p"-Zeit in euch hoch. Möglicherweise findet ihr diesen Post auch sinnlos und haltet Youtube-Videos für Zeitverschwendung. Eure Humorlosigkeit ist in diesem Fall aber nicht mein Problem. Für alle anderen gilt: Viel Spaß!

Platz 10 - Chocolate Rain

Ein absoluter Youtube-Klassiker und immer noch ein Instant-Ohrwurm schlechthin. Der Junge, der sich vom Mikrofon wegdreht, um einzuatmen, ist eine echte Viral-Boom-Legende. Ich frage mich, was er heute wohl macht. Oder, nein... eigentlich nicht. Nichts kann so gut sein, wie Chocolate Rain. So wie es im Radio One-Hit-Wonder gibt, so gibt es sie wohl auch auf Youtube.

 

Platz 9 - This Drummer is at the wrong Gig
  
Das Schöne an diesem Video ist, dass der Anblick nie seine Wirkung verliert. Ich klicke es an und weiß, was auf mich zukommt - und doch zaubert es mir absolut zuverlässig ein Grinsen aufs Gesicht. Was macht dieser Kerl da? Wieso kann er das? Und noch viel wichtiger: wieso hält er es für eine gute Idee, es ausgerechnet bei diesem Auftritt zu tun?
Solche Videos leben ja von ihrem eigenen Zauber, von dem Ungewissen, von all den unbeantworteten Fragen. Früher habe ich bei solchen Clips gerne recherchiert und herausgefunden, was genau da los war. Aber das entmystifiziert all diese schönen Videos, die für immer im Internet zu finden sein werden. Ich will nicht wirklich wissen, was mit diesem Drummer los ist. Aber ich will es mich immer wieder fragen.


Platz 8 - Amazing Horse

Weebl's Stuff ist ja eigentlich ein eigenes Youtubegenre, wenn man so will. Die meisten seiner witzig animierten Songs sind gut, ein Großteil sogar fantastisch. Schon "Badger, Badger, Badger, Badger, Mushroom" war seinerzeit ein absoluter Hit. Das kannte ich sogar, bevor ich selbst Internet hatte. "Narwhales" und "Armadillo" kann ich ebenfalls uneingeschränkt empfehlen. "Sexy Alpaca" und "Russian Dancing Men" und vor allem "Big Bag of Crabs" sind eher speziell, aber sehr unterhaltsam. Der König unter den Weebl-Songs ist meiner Meinung nach aber "Sexy Robots" - daran scheiden sich allerdings die Geister.
Wieso ich trotzdem "Amazing Horse" ausgewählt habe? Na, wieso wohl? Dieses Youtubevideo hat meinerzeit das Wort "viral" überhaupt erst definiert. Ohne Amazing Horse wären so viele Dinge nicht möglich gewesen. Classic!


Platz 7 - Dramatic Chipmunk

DA-DA-DAAAAA!
Platz 6 - Owl Tennis

Eulentennis ist eine komplett missverstandene Sportart. Viele empfinden dieses Video als befremdlich oder unlustig, aber was wir hier auf sportlicher Ebene geliefert bekommen, ist ein absolutes Match der Giganten. Zwei Meister treten gegeneinander an, beide am Höhepunkt ihrer Karriere. Was diese Eulentennis-Profis zeigen, ist ein Duell voller Spannung, welches gewiss in die Geschichtsbücher eingehen wird. Das taktische Verständnis und die Souveränität, mit der diese beiden Eulen damals in den Ring stiegen, bleibt bis heute unerreicht. Ein großartiger Sport, eine großartige Begegnung, ein großartiges Erlebnis. Und denkt immer daran: Fairness gewinnt!
Platz 5 - One Direction Shreds

Die "Shred"-Videos sind generell stets eine Youtube-Runde wert. Einfach irgendwo anfangen und  immer weiter druchklicken. Stellvertretend für all die erstklassigen Shred-Clips, die es auf der größten Video-Plattform zu finden gibt, habe ich hier One Direction gewählt. Spätestens beim dritten Sänger hat dieses Video mich jedesmal - und der Refrain gibt mir den Rest. Wer auch immer auf die Idee zu den "Shreds" kam: ihr oder ihm sollte ein Orden verliehen werden.
Platz 4 - Cookie, the Penguin

Slow Loris, der süße Affe mit den großen Augen, der unten den Armen gekrault wird, ist sicher vielen ein Begriff. Und das auch zurecht. Dieser Affe ist Zucker! Aber - und hier kommt das aber - Cookie, der Pinguin, würde Slow Loris in einem Youtube-Match sowas von auseinandernehmen! Das ist Fakt! Guckt euch diesen kleinen, süßen Pinguin an. Jetzt mal ehrlich? Welches noch so niedliche oder lustige Tiervideo soll das noch toppen?! (Moment mal, vielleicht gibt es ja tatsächlich eins... Wer weiß, wer weiß, was in den TOP 3 noch auf uns wartet?)


Platz 3 - Nyanterior Crocodile Alligator

Gleich zwei meiner Lieblings-Zehn-Stunden-Dauerschleife-Youtube-Songs in einem Video vereint (von dem Star-Wars-Cantina Song einmal abgesehen)? Nein, das ist ja wie Weihnachten im Juli! Die supernervige Nyan-Cat dient in diesem unglaublich anstrengenden Remix als Beat für den mysteriösen, aber legendären Rap-Part von King Chip aka Chip Da Ripper (auch bekannt als "Interior Crocodile Alligator"). Wo beide Videos für sich alleine schon die perfekte Vorlage für 10-Stunden-Dauerschleifen bieten, ist diese unheilige Verbindung so etwas wie der Bastard von Youtube und dem musikgewordenen Nerventod. In diesem Sinne: Nyanterior Crocodile Alligator. Hört es euch bitte bis zum Schluss an. Die ersten zwei Minuten sind hart, aber wenn es dann abrupt abbricht, wünscht man sich doch, es wäre noch weitergegangen.



Platz 2 - He-Man mit "What's Up?" aka "HEYYEYAAEYAAAEYAEYAA"

Leute, die sowohl meinen Blog als auch meinen Twitter-Account verfolgen, dürften wissen, dass ich riesiger He-Man-Fan bin. Was dieses Youtube-Video hier aus dem wunderbaren Cartoon gemacht hat, ist allerdings kaum noch in Worte zu fassen. Ich schaue diesen Clip jeden Tag. Na gut, vielleicht nicht jeden Tag, aber regelmäßig. Zusammen mit der Jim Carry-, Will Ferrell- und Chris Kattan-Version von "What is love?" ist das hier vorliegende Video wohl das, welches ich auf Youtube am öftesten geschaut habe. He-Man gibt in dieser hervorragenden Montage das Stück "What's Up?" von den 4-Non-Blondes zum besten. Seine Freunde und Feinde unterstützen ihn im Video fleißig und den Clip, der dabei herauskommt, sollte jeder einmal gesehen haben.


Platz 1 - Wally, the Squirrel & Jax, the Dog - the Nut Dilemma

Okay, zu diesem Youtube-Video habe ich wirklich viel zu sagen. Ich versuche dennoch, mich kurz zu halten.
Ich habe es erst vor kurzem entdeckt und es hat meine Welt vollkommen auf den Kopf gestellt. Ich fühlte mich an die ersten Youtube-Hits zurück erinnert. Simpel, ja, aber effektiv. Man sieht etwas und kann es im ersten Moment kaum glauben. Fragen schießen in DeLorean-Geschwindigkeit durch den Kopf: Was? Wieso? Wie? Warum? Wie? Nein! Was? Wieso? Nein! Warum? Was? ... Und so weiter ...

Ich fühlte mich in eine Zeit zurückversetzt, in der ich bei vielen Videos dachte, niemals wieder etwas ähnlich Cooles zu Gesicht zu bekommen. In der ich glaubte, jetzt alles gesehen zu haben und in Frieden sterben zu können. In der ein Youtube-Video noch die Welt verändern konnte. Heute gibt es das ja kaum noch. Jedes Video ist irgendwie witzig und hat seine Berechtigung, aber der Flash bleibt aus. Man ist so übersättigt von dem Unglaublichen, von dem Wahnwitzigen, von dem Unterhaltsamen. Und dann kommt dieses Video und verändert alles: ein echter Game-Changer.

Es ist so einfach und doch verweist es all die anderen witzigen, süßen und überhaupt furchtbar viralen Tiervideos auf ihre Plätze. Es kommt einfach so daher und erobert spielend den Youtube-Thron. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten: nach diesem Video kann nichts mehr kommen. Es ist nun alles gesagt. Man hat alles gesehen. Meinetwegen kann das Internet nun für beendet erklärt werden und schließen. Leute, seht es ein, es ist vorbei. Ihr könnt nach Hause gehen.

Dieser Clip steht für alles, was uns das Internet versprochen hat, für alles, worauf wir gehofft und woran wir geglaubt haben. Und nun ist alles gesagt. Da kann einfach nichts mehr kommen. Diese Zeit ist vorbei. Wir haben all die Zeit darauf zugesteuert und nun ist es passiert: das Meisterstück ist da!

Ich kann immer noch nicht glauben, was da passiert, obwohl ich das Video schon so viele Male geschaut haben. Seht es euch einfach an. UNFASSBAR!


Donnerstag, 5. November 2015

Max' Senf - Hype (um Star Wars - Episode VII)

Nicht, dass mein Blog langweilig wäre - regelmäßige Leser wissen um das Gegenteil - aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass eine neue Rubrik dem Ganzen gut tun wird. Darum rufe ich hiermit offiziell ins Leben: Max' Senf!

Da ist sie, meine neue Kreation. Meine neue Blog-Rubrik. Mein neues Monster... Ich werde dich für alle Zeiten lieben. Für alle Zeiten! (Hier könnt ihr euch mein manisches Schurkenlachen vorstellen.)

In "Max' Senf" wird es, wie der Name schon sagt, um meinen Senf gehen. In "Max' Senf" geht es um kulturelle Phänomene, Internetgedöns, mediale Ereignisse, vielleicht sogar mal um Politik... Eben all das, was die Massen so bewegt. Hier widme ich mich übergreifenden Themen, die nicht zwangsläufig mit meinem Autorenleben oder dem damit verbundenen Konsumkosmos zu tun haben. Können sie aber auch, zB in Form von guten Filmen, guter Musik, guten Büchern oder guten Spielen - eben all das, was mein unanfechtbar guter Geschmack für würdig befindet.

Thema heute: Hype.

Was ist ein Hype? Für die Antwort bediene ich mich der Einfachheit halber schnell bei Wikipedia:
"Im Bereich der Pop- und Jugendkultur [...] ist Hype eine auch in Deutschland [...] geläufige Kritik-Vokabel für punktuell gesteigerte Aufmerksamkeit und Schnelllebigkeit. In jüngerer Zeit wird der Begriff Hype auch häufig für Produkte oder andere Bedarfsgüter verwendet, die für einen bestimmten Zeitraum besonders populär sind."

Gutes aktuelles Beispiel: Star Wars - Episode VII. Zu jedem Teaser und Trailer lassen sich jeweils hunderte "Reaction"-Videos auf Youtube finden, in denen teilweise kreischende, aufspringende, sogar weinende Fans zu sehen sind. Der offizielle Kinoticket-Verkauf für die Premiere am 17.12. hat schon vor einem Monat begonnen. Dass Mark Hamill/ Luke Skywalker auf dem Filmplakat nicht zu sehen ist und auch im Trailer nur in Form seiner Hand einen kurzen Auftritt hat, bot Anlass zu zig Reddit-Foren, auf denen fleißig die Gründe dafür diskutiert werden. Ich denke also, dass ich ohne zu lügen behaupten kann: es gibt einen Hype um Star Wars 7. Und er ist enorm.

Doch woher kommt das?

Der erste Star Wars-Film erschien 1977. Der letzte, hierzulande bekannt als Episode III - Die Rache der Sith, lief 2005 an. Die Star Wars-Geschichte wurde also in einem Zeitrahmen von fast 30 Jahren erzählt und hat nebenher direkt mehrere Generationen für sich gewonnen und popkulturell geprägt. Neben den sechs Kinofilmen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Konsumgüter, die ebenfalls in der Star Wars-Welt stattfinden: die populäre Animationsserie, Spielzeuge, Videospiele, Bücher, Spin-Offs, wie die Ewokfilme, Conventions und übliche Merchandise-Artikel. Das Einflussgebiet von Star Wars ist also enorm. Das ist bei Hypes auch wichtig, schließlich entsteht dieser erst, wenn ausreichend Leute mit aufspringen.

Die meisten Menschen, die man nach Luke Skywalker oder Darth Vader fragt, werden sagen, dass sie die Namen schon einmal gehört haben. Ob sie die Filme nun kennen/ mögen, oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Fakt ist: einige der Star Wars-Charaktere spielen in einer Liga mit Figuren wie Harry Potter und Voldemort, Graf Dracula und Van Helsing, Gandalf und Sauron, Spongebob und Patrick, Sherlock Holmes und Doktor Watson, Batman und Superman... Ihr seht, die Liste ist lang. Aber trotzdem nicht unendlich, oder um es mit anderen Worten zu sagen: nicht jeder schafft es auf diese Liste. 

Von spezifischeren fiktiven Personen wie bspw Rorscharch aus Watchmen, Kurgan aus Highlander oder Blade aus Blade hat gewiss nicht jeder Mensch in meinem Alter schon einmal gehört. Es gibt Kreise, in denen auch diese Figuren bzw. die Werke, in denen sie auftreten, zu einer Art "Kanon" gehören. Aber Luke und Darth gehen weit darüber hinaus. Sie haben den Sprung in das kollektive Gedächtnis der Popkultur geschafft.

Doch rechtfertigt allein diese Bekanntheit auch einen Hype? Ich sage nein. Es gibt tausende Dracula-Verfilmungen und alle paar Jahre kommt auch mal wieder eine. Überschlagen sich deshalb die Internetforen? Natürlich nicht. Dasselbe gilt für Sherlock Holmes und Watson, Spongebob und Patrick, Batman und Superman.

Also muss es einen weiteren Faktor geben. Ich sage, es ist die Popularität.

Star Wars ist recht jung und was die offiziellen Auskopplungen angeht auch noch recht unverbraucht. 6 Filme sind nicht wenig, aber über einen Zeitraum von inzwischen über dreißig Jahren auch nicht besonders viel (siehe zB James Bond). Star Wars hat es über die Jahre außerdem geschafft, eine riesige Fanbase aufzubauen. Solche Phänomene gibt es - leider lassen es weder meine Zeit noch mein Intellekt zu, diese zu ergründen. Müsste ich eine Hypothese abgeben, so würde sie sich vermutlich folgendermaßen lesen: Star Wars war mit der richtigen Geschichte zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Star Wars war stilprägend für den Science-Fiction-Film und gilt bis heute als Referenz. Star Wars hat sich auf die richtigen Elemente reduziert. Das sind schon einmal ganz gute Voraussetzungen für Erfolg.

Hypes liegt meist nicht nur ein großer Bekanntsheitsgrad, sondern auch eine große Beliebtheit zugrunde. Warum sollte ich etwas hypen, was ich zwar kenne, was mir aber nicht gefällt? So einfach ist das. Aber ich kenne den schon oben angeführten James Bond und prinzipiell mag ich die Filme auch. Doch bin ich nun komplett aus dem Häuschen, wegen des neuen Teils? Bin ich nicht. Einige sind es, aber ich denke, dass der "Hype" um Spectre in keinem Verhältnis zu dem Hype um Star Wars steht.

Also noch einmal zurück zu der Frage: wieso dieser Hype? 

Ich denke, dass sich beim neuen Star Wars-Film mal wieder zwei Dinge zusammen finden, die sich schon seit Jahren regelmäßig zusammentun: Retro-Wahn und virtuelle Massenhysterien. Versteht mich bitte nicht falsch, ich freue mich auch auf diesen Film. Zwar stehe ich dem Ganzen deutlich skeptischer gegenüber, als einige meiner Mitmenschen, aber auch deutlich wohlwollender, als einige andere meiner Mitmenschen. Star Wars spaltet seit Episode I einfach die Gemüter. Und hier kommt eine weitere Eigenschaft dieses Franchises ins Spiel: Star Wars polarisiert. Und das vor allem im Internet.

Halten wir also fest: Star Wars hat zwar mehrere Generationen geprägt, sich aber auch zwischendurch immer wieder rar gemacht. Die Original-Trilogie steht mit einigen anderen Filmreihen sinnbildlich für die "goldenen 80er", die in den letzten zehn Jahren von Nerds/ Fans/ Hipstern aus allen Ecken des Internets (und mir) auf einen Götterthron erhoben und für unerreicht und unbeührbar erklärt wurden. Star Wars hat mit der neuen Trilogie frische Fans erobert, aber alte vergrault, und steht nun mit der neuen Episode bei beiden Gruppen im Rampenlicht. Fragen stehen im Raum: "Kann Episode 7 die neue Trilogie wieder gut machen?", "Kann Episode 7 die hohen Erwartungen erfüllen?" oder "Wird Episode 7 den Geist der alten Filme wieder einfangen?".

Die Komponenten für den gelungen Star Wars- Hype sind also: große Bekanntheit, große Beliebtheit und große Skepsis, gepaart mit hohen Erwartungen und am besten noch einer treuen, jedoch gespaltenen Fanbase. Nostalgie spielt vermutlich auch eine Rolle.

Vermutlich lässt sich das nicht auf alle Hypes übertragen, aber gewiss auf viele. "Der Hobbit". "Fallout 4". Die nächste "Game of Thrones"-Staffel. Das Muster passt.

Nüchtern betrachtet - und hier kommt endlich mein Senf - ist Star Wars aber eben auch nur ein popkulturelles Produkt (Betonung liegt hier auf Produkt). Dahinter steht eine Werbemaschinerie, dahinter steht ein Filmstudio (Disney) welches viel Geld mit einer teuer erstandenen Marke erwirtschaften möchte und dahinter steht eine fiktive Welt, erdacht von einem Mann, der einem fast schon zwei Jahrzehnte andauernden Megashitstorm ausgesetzt ist. Die einen lieben ihn, die anderen liebten ihn, die einen hassen ihn... Und so weiter.

Was mich zu der Frage bringt: wieso weinen Menschen, wenn sie den Trailer sehen? Wieso gibt es überhaupt diesen Mitteilungsbedarf, der in unzähligen Forenpostings, Facebookbeiträgen oder eben den angesprochenen Reaction-Videos seinen Ausdruck findet? Wir reden hier nicht von einem weltverändernden Ereignis, wir reden auch nicht von einer Religion oder einem Mythos (obwohl all diese Punkte natürlich strittig sind, schließlich wird Star Wars von einigen Anhängern durchaus in spirituelle Gefilde erhoben).

Kurzer Einschub: ich liebe Star Wars. Ehrlich. Ich liebe es. Ich liebe auch Harry Potter, oder Indiana Jones, oder Zurück in die Zukunft. Ich liebe Bücher, wie Herr der Ringe oder die Lovecraft-Geschichten. Wenn hitzige Diskussionen über solche, von mir für mich heilig-gesprochene Kulturgüter entstehen, kann ich sogar wütend werden. Ich kann mich, in ganz seltenen Fällen, sogar stellvertretend angegriffen fühlen oder beleidigt sein, wenn jemand etwas niedermacht oder angreift, was ich mag. Ich möchte nicht hören, dass Harry Potter unlogisch ist. Natürlich ist mir das klar und natürlich habe ich mir auch schon Gedanken darüber gemacht. Aber ich möchte den Zauber erhalten. Es ist ein bisschen, wie verliebt sein: man sieht die guten und die schlechten Seiten, aber nur die guten zählen.

Ich will sagen: auch mich können popkulturelle Erzeugnisse emotional tief berühren. Sie werden Teil meiner Welt, manchmal sogar Teil meiner Identität. Dass ich diese Filme mag, sagt etwas über mich aus. Das darf es auch. Aber ich will nicht, dass der Film mich einverleibt. Die Grenze ist vielleicht fließend, aber irgendwo fängt sie an und irgendwo hört sie auf.

Meiner Meinung nach sind viele Hype-Reaktionen ungerechtfertigt. Ich will nicht sagen, dass es generell etwas Schlechtes ist, beim Schauen eines Trailers in pure Hysterie zu verfallen. Wenn mich das Angesehene so sehr berührt, dann ist das eben so. Aber geht es noch um meine Emotionen, wenn ich mich weinend im Internet präsentiere? Oder ist der Hype dann purer Selbstzweck? Ich bin gehyped und ich hype für den Hype. Der Hype ersetzt das Gehypte.

Auch bei mir wurden nostalgische Gefühle und Glückseligkeit hervorgerufen, als ich den Millenium Falcon durch den abgestürzten Sternenkreuzer fliegen sah. Ich bin deshalb durchaus gehyped, im Sinne von: ich bin gespannt auf den Film. Jedoch will ich kein Teil des Hypes sein, nur um ihn am Leben zu erhalten. Und das womöglich, ohne es selbst noch zu merken.

Mein Senf zusammengefasst:
ich denke, dass zeitgenössische Hypes keine Phänomene sind, die nur aufgrund eines Filmes oder Buches entstehen. Hypes sind die Konsequenz der im Internet nur allzu beliebten Selbstdarstellung. Es geht nicht darum, sich auf etwas zu freuen, sondern darum, sich gemeinsam mit allen anderen zu freuen/ auch Teil der Sache zu sein. Am besten freut man sich sogar noch mehr als alle anderen. Im Episode-7-Hypezug fahren nicht nur Star Wars-Fans, sondern vor allem Hype-Fans mit. Und das erzeugt leider viel zu übersteigerte Erwartungen. Medienrummel war schon immer eine Sache. Hypes sind eine andere.

Nun bin ich aber schon Teil des Hypes... Mit diesem Post. Ob ich will, oder nicht.
Verdammt.

Aber wie gesagt: das ist nur mein Senf.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Max feiert - Halloween (TOP 5 Filme)

Das beste Fest des Jahres steht bevor: Halloween. Kulturell gesehen nehme ich daran zwar kaum teil, aber trotzdem freue ich mich Jahr für Jahr darauf. Das liegt hauptsächlich an den tollen Filmen, die ich zu dieser Gelegenheit immer wieder heraushole. Ein bisschen Deko hier und da darf ruhig sein und alle paar Jahre lohnt sich eine Halloweenparty ebenfalls. Aber diesmal werde ich am 31.10 schön daheim bleiben und mich meinen Lieblingsstreifen widmen. Da ich ja hinlänglich für meinen überragenden Geschmack bekannt bin, teile ich meine Halloween-Favoriten natürlich gerne mit euch, damit ihr garantiert ein tolles Halloweenfest habt.

1. The Crow

The Crow ist in jeglicher Hinsicht ein absoluter Klassiker und absolutes Meisterwerk. Er spielt sowohl in der sogenannten "Devil's Night" (30.10) als auch an Halloween selbst. Und abgesehen davon, dass dieser Film für sich allein schon großartig ist, stellt er auch noch eine der besten Comicverfilmungen dar.
Brandon Lee spielt in seiner ikonischen Rolle zwar nicht gerade in der absoluten A-Liga der Charakterdarsteller, aber vor allem seine physische Präsenz ist prägend für die Figur des "Eric Draven". Die Art wie er sich bewegt und seine Mimik noch unter der Schminke benutzt, um seiner Figur einen übernatürlichen, aber trotzdem greifbaren Anstrich (versteht ihr, wegen der Schminke? Ha ha, mal wieder ein absoluter Hammer) zu geben, ist vergleichbar mit Heath Ledgers Performance als Joker. Die beiden Darsteller teilen übrigens noch etwas und das ist ihr früher Tod. In beiden Fällen wurde das Ableben auch von mehr oder weniger mysteriösen Umständen begleitet und ist jeweils in Bezug zu den Rollen zu sehen.
Die Kameraarbeit, die Kulisse und vor allem der Soundtrack sind ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Insgesamt ein super runder und super unterhaltsamer Film, ohne jeden Schnick-Schnack, der vom Wesentlichen ablenken würde.

2. Halloween (John Carpenter + Rob Zombie)

Der erste Halloween von John Carpenter sowie das Remake von Rob Zombie stehen bei mir gleichauf und haben beide die offizielle Samhain-Berechtigung. Der Name des Filmes sagt es eigentlich schon: Michael Myers gehört an Halloween einfach dazu.
In beiden Filmen wird die Quint-Essenz des Slashergenres eindrucksvoll vorgeführt und mit perfekten Soundtracks unterlegt. Es geht schon ordentlich ab, aus heutiger Sicht natürlich besonders im Remake. Rob Zombie hat in seiner Director's Cut Version wahrlich keine Gefangenen gemacht. Andererseits wird dadurch klar, dass nicht Michael das Böse ist, sondern die Gesellschaft, in der er aufwächst. Mit einem Aufgebot an Stars hat sich die Zombie-Fassung in den letzten Jahren tiefer und tiefer in mein Herz gefressen: Malcolm McDowell, Danny Trejo, Sid Haig, Ken Foree.
Das Halloweenthema findet sich ebenfalls an allen Ecken und Kanten in beiden Filmen wieder - Herbstfeeling, Kürbisse, verkleidete Kids, das volle Programm. Am 31.10 also eine schöne Sache (besonders wenn, wie in diesem Jahr, der Herbst einfach übersprungen wurde), um sich in die wohlige Gefühlswelt der amerikanischen Kleinstädte, bunten Laubhaufen, fröhlichen Kindern und blutrünstigen Serienkillern zu begeben.

3. Donnie Darko

Dies ist der einzige Halloweenfilm in meiner Liste, der nicht dem Horrorgenre zuzuordnen ist. In welchem Genre er sich stattdessen bewegt, kann ich allerdings auch nicht sagen. Donnie Darko ist einer dieser Filme, die für sich selbst stehen. Selbstreferentiell, mit viel Deutungspotential und verschiedenen Meta-Ebenen bestimmt keine leichte Kost, aber allein vom Look und von der Atmosphäre her stets eine Sichtung wert.
Im Jugendalter war die Figur des Donnie Darko für mich sehr bedeutsam, erkannte ich mich doch in dem nerdigen Emo streckenweise wieder. Heute bin ich natürlich supercool und voll im Trend, besonders, da die Eigenschaften, die früher einmal als "nerdig" und "geekig" abgetan wurden, heute durch das Hipstertum Anerkennung erfahren. Jedenfalls ist Donnie Darko deshalb schon aus nostalgischen Gründen für mich ein Pflichtfilm in der Halloweenzeit. Abgesehen davon ist der Streifen aber auch einfach verdammt gut.
Zeitreisen, schwarze sowie Wurmlöcher, Singularität, Schicksal und Determinismus wurden hier schon lange vor "Interstellar" auf die Leinwand gebannt. Sicher war Donnie Darko nicht der erste Film mit dem Thema, aber der Zugang war und ist innovativ. Abgesehen davon gibt es coole Halloweenkostüme - ganz vorne dabei selbstverständlich Frank, der Hase.

4. Der Exorzist

Auch "Der Exorzist" spielt - zumindest streckenweise - an Halloween. Und auch der Exorzist ist nicht nur ein Meisterwerk seiner Zeit, sondern bis heute schaurig schön. William Friedkin hat mit diesem Film pure Angst und Schrecken auf eine Art und Weise festgehalten, die bis heute funktioniert. In den letzten Jahren kam es mir so vor, als würde das Exorzismusthema eine kleine Renaissance erfahren, doch kein Film schaffte es mich so zu erschrecken, wie "Der Exorzist" beim ersten Mal.
Lobenswert sind die Effekte, ebenso wie die Filmkomposition, die durchgängig durchdacht und abgestimmt ist. Die Szene, in der Pater Merrin im Laternenlicht vor dem Haus steht, oder in der Regan ihren Kopf um hundertachtzig Grad dreht haben Kinogeschichte geschrieben und dürften selbst Leuten ein Begriff sein, die den Film nie gesehen haben. Nicht ohne Grund wird "Der Exorzist" als absoluter Film- und Horrorklassiker gehandelt.

5. Tales of Halloween

"Tales of Halloween" ist ein recht frischer Episodenfilm, der leider kaum beworben wird und von dem viele noch nicht gehört haben dürften. Hierzulande erscheint er am 23.10. auf BluRay.
10 Episoden haben Platz gefunden in dieser anderthalbstündigen Hommage an das Halloweenfest und sowohl vor als auch hinter der Kamera geben sich einige Gestalten die Klinke in die Hand, die jedes Horrorfilmfanherz (gutes Wort!) höher schlagen lassen: Adrienne Barbeau (deren Rolle doch stark an ihren Auftritt in The Fog von Carpenter erinnert), Polyanna "The Woman" McIntosh, Lucky McKee, Neil "The Descent" Marshall, John "Blues Brothers" Landis, Barbara Crampton, Joe "Gremlins" Dante, John Savage, Mike "Big Ass Spider!" Mendez, Lin "Insidious" Shaye, Stuart "Re-Animator" Gordon und einige bekannte Gesichter mehr.
Die Qualität der einzelnen Episoden schwankt natürlich, aber trotzdem unterhält der Film durchweg gut. Verknüpfungen zwischen den einzelnen Abschnitte sind wenig bis gar nicht vorhanden, aber das halte ich dem Film eher zu gute: hier funktionieren die Episoden nämlich deutlich besser als beim vergleichbaren "Trick'r'Treat", den ich allerdings auch mochte.
"Tales of Halloween" ist ein ziemliches Horrorfest für Liebhaber, die sich im Genre halbwegs gut auskennen. Dabei geht es oft albern und noch öfter ziemlich blutig zu. Was man allerdings keiner Episode vorwerfen kann, ist generisch zu sein. Auch wenn nicht jede das Rad neu erfindet (obwohl einige schon sehr clevere Ideen haben), ist keine dabei, die absolut austauschbar ist.
In Anbetracht der vielen Cameos und Gast-Stars, der tollen Gesamtstimmung und dem spaßig hohen Gore-Faktor mancher Episoden hat sich "Tales of Halloween" als diesjähriger Neuling seinen verdienten Platz auf meiner Liste ergattert.

Euch wünsche ich schon einmal ein schauriges Halloween-Fest, oder wenigstens ein sehr filmreiches. Nächste Woche melde ich mich dann noch einmal mit einer Halloween-Aktion für Karasu und anderen tollen Themen - alles wie immer also.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Stand der Dinge - September + Oktober '15

Vor über einem Monat ist mein Roman "Karasu" erschienen - yay! Ein paar Exemplare habe ich schon verkauft und auch eine tolle Bewertung erhalten. An Halloween wird es außerdem die erste Rabattaktion für Karasu geben - weitere Details folgen.

Ansonsten ist super viel passiert. Ich bin umgezogen und wohne jetzt in einer richtig schicken Bude. Das nächste Semester steht vor der Tür, am Montag geht es wieder los. Und - vielleicht am wichtigsten - seit über 2 Jahren habe ich zum ersten Mal kein Projekt vor mir, das in der Welt von Avar und Rassa spielt. "Die Hexe von Dunner" und "Karasu" haben mich sehr lange Zeit begleitet, aber nun gilt es, neue Wege zu beschreiten.

In den letzten Jahren habe ich viel über's Schreiben gelernt. Vor allem weiß ich jetzt, welche Herangehensweisen an ein neues Projekt für mich funktionieren und welche nicht. Ich fühle mich nun größeren und komplexeren Geschichten gewachsen. Wäre ich eine Band, dann wäre "Die Hexe von Dunner" meine Probeaufnahme gewesen und "Karasu" die erste EP. Jetzt wird es Zeit für ein richtiges Hit-Album. Genau deshalb sitze ich auch bereits an der nächsten Geschichte.

Ein paar Informationen möchte ich gerne schon mit euch teilen: diesmal wird es eine mehrbändige Reihe. Ich weiß, wie man ein abgeschlossenes Buch schreibt, jetzt will ich herausfinden, wie man über mehrere Romane hinweg eine Geschichte erzählt. Aber das ist natürlich nicht der einzige Grund, weshalb ich mich für eine mehrteilige Story entschieden habe. Vor allem liegt das daran, dass die Geschichte (an der ich übrigens schon feile, seit ich mit Karasu anfing) einfach nicht in ein einzelnes Buch passt. Ich denke, es werden eher 4 oder 5 Bände.

Desweiteren betreibe ich derzeit zum ersten Mal so richtiges Worldbuilding. Bei "Karasu" habe ich viele Besonderheiten und Details der Welt erst beim Schreiben herausgefunden. Das hat zwar gut funktioniert, aber leider sehr viel Zeit gekostet. Dieses Mal möchte ich mich deshalb besser vorbereiten und bevor ich die erste Seite schreibe, schon alles über die Welt und ihre Bewohner wissen.

Das macht übrigens wirklich Spaß. Ich erstelle eine Art Kompendium, in der von Grund auf alles festgehalten wird: Kontinente, Geographie, Tierwelt, intelligente Völker, Sprachen, Bräuche, Städte, Politik, Wirtschaft, Infrastruktur, wichtige Orte, Charaktere, geheime Bünde, Hinweise zur Atmosphäre und zur Sprache der Romane, Inspirationsquellen... Dementsprechend umfangreich wird diese Sammlung an notwendigem Hintergrundwissen und so langsam fühlt es sich so an, als würde das schon ein Buch für sich alleine werden.

Früher fand ich es immer albern, wenn ich bei Autoren gelesen habe, dass sie sich Karten malen und Interviews mit ihren Charakteren schreiben, um diese besser kennenzulernen. Für mich schien das immer eine Ablenkung vom Wesentlichen, eine witzige Spielerei, um die Zeit zu vertreiben. Aber nun, einen Fantasy-Roman schlauer, erscheint mir das gar nicht mehr albern. Denn all diese Dinge sparen später enorm viel Zeit und erleichtern das Reinfinden ins "Look & Feel" der Geschichte. Nachdem man ein hundertseitiges Kompendium erstellt hat, weiß man, wie die Welt aussieht. Dann gibt es zwar beim Schreiben nicht mehr viel zu entdecken, dafür jedoch umso mehr zu beschreiben. Ich denke, solche Arbeitsprozesse machen das Werk im Endeffekt lebendiger und durchdachter. Alles passt noch besser zusammen.

Anfangen am neuen Werk zu schreiben werde ich übrigens am 01.11. Ja, dann geht es wieder los. Ich bin schon sehr gespannt. Ich hoffe ein wenig, dass ich während der ersten Kapitel merken werde, dass ich besser geworden bin. Vor allem im Vergleich zu den ersten Kapiteln von Karasu (also die ersten, die ich damals geschrieben habe, nicht die ersten Kapitel, die jetzt tatsächlich im Buch sind - von den allerersten Seiten, geschrieben im Januar 2013, haben es wohl höchstens 5 % ins fertige Buch geschafft). Außerdem freue ich mich schon tierisch darauf, in ein neues Projekt abzutauchen.

Diese Geschichte wird allerdings nichts mehr mit Avar und Rassa zu tun haben, noch nicht einmal in der gleichen Welt spielen. Das heißt aber nicht, dass ich die beiden für immer zurücklasse. Irgendwann werde ich auf jeden Fall nach Kalgur zurückkehren - es gibt einiges, was noch nicht erzählt wurde. Doch für den Augenblick sehe ich nicht die Notwendigkeit, bei Avar und Rassa weiterzumachen. Den beiden sei eine Pause von mir und mir eine Pause von ihnen gegönnt.

Weil ich so aufgeregt bin und wirklich das Gefühl habe, an etwas ziemlich Coolem zu arbeiten (wie könnte es auch anders sein, bei meiner zweifellosen Genialität), möchte ich schon ein paar erste Details mit euch teilen. Vielleicht bekomme ich ja auch schon Feedback - gerade zu Anfang eines Projektes ist das ziemlich wichtig.

Die neue Geschichte wird - wenig überraschend - natürlich auch im Genre der Fantasy angesiedelt sein. Allerdings gehe ich einen Schritt weiter und lasse das typische Mittelalter-Setting hinter mir. Das scheint über die letzten zwei Jahre ein leichter Trend geworden zu sein und dem schließe ich mich gerne an. Im Fantasybereich ist noch so vieles möglich, auch abseits von Rüstungen, Schwertern und Burgen. In der Welt meiner nächsten Romane hat die Menschheit bereits die industrielle Revolution erreicht. Ich weiß, was ihr jetzt denkt, aber Achtung: es wird kein Steampunk. Zeppeline, Äther-Waffen oder abgefahrene Dampfmaschinen kommen bei mir nicht vor. Ich beleuchte eher eine parallele Entwicklung von Maschinen die mit Strom, Gas oder Kohle betrieben werden. Doch auf den technischen Aspekten wird auch gar nicht der Fokus liegen.

Im Mittelpunkt wird eine Gemeinschaft von Menschen stehen, die besondere Fähigkeiten haben. Ja, das klingt nach Superheldencomics und das soll es auch. Aber wer Karasu gelesen hat, wird sich bereits denken können, dass in meiner Welt keine übermächtigen Superwesen vorkommen werden. Auch ein mit übermenschlichen Fähigkeiten gesegneter Kerl kann in meinen Büchern auf's Maul kriegen. Und es steht auch nirgendwo geschrieben, dass er diese Kräfte für das Gute einsetzen muss.

Das sind schon einmal zwei wesentliche Pfeiler meiner neuen Geschichte, die ich preisgebe. Weitere folgen natürlich bald. In nächster Zeit wird es ohnehin erst einmal um das Aufbauen und Entdecken einer neuen Welt und um das allseits beliebte Plotten des ersten Bandes gehen und da ich den Blog nun wieder fleißig bespiele, werdet ihr schon früh genug alles mitbekommen.

Falls ihr Karasu gekauft und gelesen habt, hoffe ich, dass es euch gefiel.
Falls nicht... Naja, ich sag mal so: müsst ihr selber wissen.

Euch eine gute Zeit und falls ihr auch studiert, einen guten Einstieg ins neue Semester.